Station 3

Der innere Frieden als Voraussetzung für Barmherzigkeit

Reich zu sein, aus dem Vollen schöpfen zu können, ist als Voraussetzung für Barmherzigkeit allerdings zu wenig. Viele reiche Menschen sind eher für ihren Geiz, ihr Bestehen auf ihrem Recht bekannt. Wenn wir uns einen gütigen, barmherzigen Menschen vorstellen, ist diese Vorstellung eng mit einem erlebbaren inneren Frieden dieses Menschen verbunden. Barmherzigkeit und Güte sind ohne inneren Frieden nicht möglich. Ein Zustand, der sich allerdings selten von alleine einstellt. Ein Mensch, der keinen inneren Frieden kennt, wird vielleicht Kompromisse eingehen, Konflikten aus dem Weg gehen, Arme durch milde Gaben von sich fernhalten, doch das ist keine Barmherzigkeit. Barmherzigkeit im Sinne von „Mit Freude mehr geben als Gerechtigkeit“ kann nur derjenige, der sein Innenleben versöhnt erlebt.

 

In unserem Herzen sind wir mit vielen Menschen verbunden. In Träumen werden diese Figuren lebendig und unterhalten sich mit uns und untereinander. Konflikte, aber auch freundliche Begegnungen, Ängste, Zorn und Freude des Tages werden in der Nacht verarbeitet. Dieses Innenleben ist häufig im Unfrieden. Konflikte tragen wir über lange Zeit mit uns. Jeder Psychologe, aber auch jeder Beichtvater weiß, dass die inneren Konflikte mitunter die härtesten und unversöhnlichsten sind. Wir uns selbst nicht vergeben. „Wieso habe ich nicht…“ , oder „Wieso habe ich…“ . Innerer Frieden kann nicht durch Besiegen des Gegenspielers, sondern nur durch Versöhnung gelingen. Und diese Versöhnung beginnt in uns. Wie oft kommt es vor, dass ein Konfliktpartner gar nichts von meinem Konflikt weiß? Für sie oder ihn war da nichts Besonderes, für mich war es ein Schlag in die Magengrube. Innere Versöhnung hat daher oft nichts mit der Änderung von äußeren Umständen zu tun, sondern mehr mit der inneren Einstellung, mit meiner Reaktion auf bestimmte Verhaltensweisen und Worte.

 

Doch auf diesem Weg sind wir nicht allein. Gott, der alle unsere Konflikte kennt, kann – wenn wir ihn dazu einladen – einen versöhnlichen Blick auf unsere Konflikte werfen. Er kann uns helfen, Fehler zu bereuen und uns innerlich zu versöhnen. Er ist immer bereit, sich mit uns zu versöhnen und es ist für ihn ein Freudenmoment, wenn wir uns untereinander versöhnen. In der Beichte kann uns ein Priester auf diesem Weg eine Hilfe sein, indem er uns die Versöhnung zuspricht und damit dem Weg zum inneren Frieden eine Tür öffnet.

 

Jesus erklärt das Verhältnis von äußeren Umständen und inneren Konflikten so: (Mt 15,11,15-20). Und er rief die Leute zu sich und sagte: Hört und begreift: Nicht das, was durch den Mund in den Menschen hineinkommt, macht ihn unrein, sondern was aus dem Mund des Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Begreift ihr nicht, dass alles, was durch den Mund (in den Menschen) hineinkommt, in den Magen gelangt und dann wieder ausgeschieden wird? Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das macht den Menschen unrein. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugenaussagen und Verleumdungen. Das ist es, was den Menschen unrein macht; aber mit ungewaschenen Händen essen macht ihn nicht unrein.

 

Äußere Umstände lösen in uns Gefühle aus, doch der „Krieg“ in uns ist eine Frage unseres mehr oder weniger aufgeräumten Herzens.

 

Jeder Tag, jede Stunde bietet zur Versöhnung eine neue Chance. Stellt sich dieser innere Friede ein, wird es vielleicht auch gelingen, den äußeren Frieden zu erreichen. Die Freiheit, ein barmherziger Mensch zu sein, wird aus diesem inneren Frieden geboren.

 

Wie friedlich sieht es in Ihnen aus?

 

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