17. 9. 2017
Liebe Gläubige! Diese Wege der Vergebung, des Neuanfanges; des Vertrauens, das gibt es im Großen wie im Kleinen. Im Kleinen Kreis müssen wir sie einüben. Wir können leichtfertig sagen und fordern: Stoppt endlich das Aufrüsten, beendet den Wahnsinn in dem immer noch mehr auf Abschreckung und auf Provokation der Nachbarn gesetzt wird. Und zugleich bringen wir es nicht fertig, dem Nachbarn zu vergeben, der uns beleidigt hat. Das Evangelium heute spricht eine ganz klare Sprache. Die Folterknechte, von denen am Schluss die Rede ist, denen der Diener übergeben wird, bis die ganz Schuld bezahlt ist, diese Folterknechte rufen wir selbst in unser Leben, wir sind ihnen ausgeliefert und sie rauben uns die Lebensfreude. Ich habe vor kurzem ein Gespräch geführt, mit einem Menschen der mir erzählt hat was ihm alles angetan wurde. Er war verbittert und unfähig auf diese Menschen zuzugehen, geschweige denn zu verzeihen. Vielmehr sind in seinem Kopf die Gedanken gekreist, wie er diese Menschen demütigen kann. Das Herz war verbittert, und mir ist vorgekommen die Folterknechte leisten in seinem Geist und Herz gründliche Arbeit. Wir sind berufen frei zu sein, versöhnt. Die Liebe und die Freude Gottes können uns nur durch ein versöhntes Herz erreichen. Eine erfüllende, frohe Begegnung mit einem Menschen kann mit einem verhärteten, und unversöhnten Herzen nicht gelingen. Ebenso die Eucharistiefeier oder das Sakrament der Beichte. Wie will der Herr unser Herz erreichen, wenn Hass und Verbitterung das Herz verschließen? Vielleicht ist man da noch feinfühliger beim Spenden der Sakramente: In Zams hab ich einmal in der Sakristei mit unserem Diakon eine heftige Auseinandersetzung gehabt. Es war kurz vor der Messe und ich hab ich hab noch etwas beleidigendes gesagt, und bin hinaus zur Eucharistiefeier. Und schon während dem Eingangslied hab ich gespürt: Das Herz ist verschlossen! Da kann nichts mehr durch. Es ist verhärtet! Wenn ich da versuche einfach weiter zu feiern, das wird unecht, das wird Theater. Ich bin einfach raus in die Sakristei, ich hab mich entschuldigt, und gebeten, nach der Messe, noch darüber sprechen zu können. Und es hat uns beiden wohl getan. Vor allem aber war das Herz frei und durchlässig. Liebe Gläubige! Gott wartet mit großer Sehnsucht darauf uns Versöhnung zu schenken, jeden Morgen, jeden Abend in jeder Meßfeier in jeder Bußfeier, in jedem Atemzug. Und mit noch größerer Sehnsucht wartet er darauf, dass wir uns untereinander versöhnen. Fehlt in uns diese Bereitschaft, dann foltern wir uns selbst, dann rauben wir uns selbst ein freies und frohes Herz, in dem die Liebe einziehen kann. Amen
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