11. 03. 2018
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Sonntag, 11 März 2018 4. Sonntag der Fastenzeit - Laetare

Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird...

Jesus ist nicht da um zu richten, er ist da um zu helfen, ja um zu retten.

Gott ist nicht jemand, der uns aufgrund unserer Werke beurteilt, sondern der uns liebt, weil wir sind wer wir eben sind.

Ganz einfache Menschen. Und der trotzdem oder gerade deshalb seinen Sohn schickt.

In unserer Welt der Leistung schwer vorzustellen und doch ein unfassbar großes Geschenk. Eines, das anzunehmen schwer ist. Weil es eben dazu zwingt, die klassischen Maßstäbe aufzugeben. Weil es eben nichts gibt woran man sich profilieren kann, nichts wegen dem man sagen kann ich bin besser, oder ich habe mehr erreicht, oder ich habe es mehr verdient.

Das ist alles ohne jede Bedeutung. Hilfe und Rettung fragen nicht nach Leistung und Verdienst und sie enthalten vor allem auch kein Urteil.

Bei uns im Rheinland gibt es einen Grundsatz: De Hauptsach es, et Hätz is jot

Die Hauptsache ist, das Herz ist gut...

Es kommt nicht auf unsere äußeren Taten an, sondern auf das was bzw. wer wir wirklich sind.

Was unser innerstes, was unser Herz ausmacht, das ist das Wichtige. Das Wichtige für Gott und auch das, was für uns in unseren Beziehungen und Begegnungen das Wichtigste sein sollte.

Dass Gott in die Welt kommt ist das Ende jeden Vergleiches und jeder Abgrenzung. Er kommt, er ist da und alle Menschen, unabhängig von Geschlecht, Alter, Beruf, Herkunft, Rasse, sexueller Orientierung, Erfolg oder Misserfolg und was nicht noch allem

Jeder und jede darf und soll zu ihm kommen, soll ins Licht treten. Er will für jeden Menschen da sein und jedem Menschen helfen.

Zwischen den Menschen herrscht eine fundamentale Gleichheit. Eine Gleichheit an Würde, eine Gleichheit an Verantwortung und vor allem, eine Gleichheit darin wie jeder und jede Einzelne von Gott geliebt wird. Und in dieser fundamentalen Gleichheit sind wir alle dazu berufen Ja zu sagen und eben in dieses Licht, dass in die Welt gekommen ist zu treten und uns von ihm den Weg leuchten zu lassen.

Doch es gibt eben auch Menschen die sagen: Nein, also wenn diese Menschen, die ja viel schlechter sind als ich, die nicht so viel geleistet haben wie ich, die anders sind als ich, weil sie Bettler oder Obdachlose sind, weil sie aus einem anderen Land kommen, weil sie geschieden sind, weil sie homosexuell sind, wenn diese Menschen in das Licht dürfen, wenn die in „meinem" Paradies sein sollen, wenn die bei „meinem" Gott sein dürfen, dann will ich da nicht hin, dann geh ich lieber ins Dunkle zurück, zusammen mit denen, die ich für würdig erachte. Und das ist dann das Paradies.

Sein wollen wie Gott. In der Erzählung von Adam und Eva ist genau das jener Wunsch, der dazu führt, dass die Menschen das Paradies verlassen müssen und es ist auch heute genau das, was Menschen vom Paradies, von der Gemeinschaft mit Gott fernhält.

Entscheiden wollen wer würdig ist, steht uns nicht zu, steht niemandem zu.

Die Beziehung zu Gott, die Tatsache, dass er uns nachgeht und bei uns bleibt, dass ist ein Geschenk, ein Geschenk, dass wir uns nicht verdienen, nicht erarbeiten können und von dem wir vor allem nicht entscheiden können, wem es zu gewähren ist und wem nicht.

Wer an Christus glaubt, wird nicht gerichtet, wer nicht an ihn glaubt, der ist schon gerichtet.

An den Sohn Gottes zu glauben heißt auch an die Menschen zu glauben und anzuerkennen, dass jeder Mensch egal woher er kommt oder was er erreicht hat, dass jeder und jede von Gott geliebt ist.

An Christus zu glauben heißt dann auch zu sehen, dass Ich nichts Besseres bin als der andere, nur weil ich irgendwelche Leistungen erbracht habe.

An Christus zu glauben heißt letztlich zu erkennen, dass das entscheidende die Liebe ist. Die Liebe Gottes zu seinem Sohn, die Liebe Gottes zu uns Menschen und die Liebe die wir untereinander leben dürfen.

Die Absage Jesu an das Richten ist auch eine Absage an unser Leistungsdenken. Ja es ist wichtig Gutes zu tun, es wichtig sich beruflich zu entwickeln, sich Sachen zu erarbeiten, Ziele zu erreichen, unsere Fähigkeiten zu entwickeln und einzubringen,

doch unseren Wert und unsere Würde als liebenswürdiger Mensch kann uns weder durch Misserfolg genommen, noch durch Erfolg vermehrt werden.

Und so sind wir auch untereinander eingeladen, den oder die andere nicht daran zu bemessen was er oder sie scheinbar erreicht hat, welchen Beruf er hat, wie er gekleidet ist oder wo er herkommt, wie oder mit wem er lebt.

Das gilt aber nicht nur im Blick auf den Anderen, sondern auch bei mir selbst.

Wir sind Menschen und als solche sind wir jeder einzeln egal wo wir herkommen und was wir erreicht haben, unvergleichlich kostbar und einzigartig.

Wenn man aber in den Leistungskriterien bleibt, dann geht das nicht.

Wenn wir den Wert anderer, wenn wir unseren eigenen Wert über das, was wir leisten definieren und uns dadurch von anderen auch abheben wollen, dann werden wir nicht nur dem anderen, sondern auch uns selbst nicht gerecht und machen uns das Leben unnötig schwer.

Dann ist da kein Platz für Schwäche, kein Moment in dem wir uns fallen lassen können, wo wir nicht leisten müssen, nicht der Starke sein brauchen.

Dann bin ich schon gerichtet, denn dann lebe ich letztlich als „Opfer" meiner eigenen Kriterien, gehetzt, gejagt und im Dunkel von Ansprüchen und Unzulänglichkeiten verloren.

Denn wir können nicht immer Leisten, können nicht immer stark sein, können nicht immer dem eigenen Anspruch genügen. Wir schließen uns selber aus, weil wir uns nicht eingestehen, dass auch wir Menschen sind.

Wir müssen nicht immer stark sein, denn wir zu sein genügt ich zu sein genügt. Ich zu sein und Ja zu sagen zu dem der gekommen ist, nicht um zu richten, sondern um zu retten. Amen.

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