1. 10. 2017

Liebe festliche Gemeinde!

An einem Tag an dem wir Gott für die Ernte danken
müssen wir uns auch immer fragen:
Können alle in diesen Dank einstimmen?

Menschen, die vor leeren Bäumen stehen,
weil die Blüte erfroren ist?

Können in diesen Dank einstimmen:
Die viele Menschen, die ihr Heimat verlassen müssen,
weil sie seit Jahren keinen Regen haben?

Können in diesen Dank einstimmen Menschen deren Häuser von einem Wirbelsturm zerstört wurden?

Ich denke wir können diese Aufzählungen noch um einiges ergänzen.

Aber ich glaube zugleich:
Wir spüren, dass dieser Dank den wir zurecht aussprechen dürfen,
zynisch wird, wenn wir nicht zugleich fragen,
wer kann nicht danken - und was können wir tun,
dass alle in diesen Dank einstimmen können.

Wenn der Dank allein mit dem Blick nach oben geschieht,
ohne zugleich auf unsere Brüder und Schwestern in unserem Land, in unserer Welt zu schauen, dann wird er verlogen.

Vielleicht kann das heutige Evangelium ein wenig helfen,
in rechter Weise zu danken.

Wir sehen hier die beiden Brüder,
die zur Arbeit gebeten werden:
Der eine sagt gleich zu, geht aber nicht hin.
Der andere sagt nicht zu,
aber es reut ihn und er hilft dann doch.
Es ist der, der den Willen des Vaters erfüllt.

Es kann uns ähnlich passieren mit dem, was wir heute tun:
wenn wir miteinander feiern, Gott danken, Loblieder singen,
aber zugleich nichts tun, um die Not der Brüder und Schwestern zu lindern, dann handeln wir wie der erste Sohn.

Der zweite Sohn sagt nicht zu:
Das könnte heute einer sein,
der sagt diese Prozession erspar ich mir, da geh ich nicht hin,
aber er engagiert sich für eine gerechte Welt,
er versucht bescheiden zu leben,
er hat ein offenes Herz für Menschen die bei ihm anklopfen.
Spüren wir was dieses Evangelium bedeuten kann?

Wenn wir also beim Dankesfest schöne Kronen tragen,
die wunderbar gestaltet sind,
wenn wir die Heiligen und die Fahnen durch unser Dorf tragen,
dann muss auch Bewegung in unsere Welt kommen,
dass wir Ungerechtigkeit beseitigen,
so dass alle Menschen auf dieser Welt
teilhaben können an den Früchten der Erde.

Versteht mich bitte recht:
Ich möchte nicht sagen, dass dieses Fest der falsche Weg ist:
Aber es kann zur Lüge werden, es kann zynisch werden.

Wenn es uns hilft,
dass wir ein dankbares Herz bekommen,
dass wir den Neid ablegen,
die Gier immer mehr zu wollen abbauen,
wenn es uns hilft die Augen zu öffnen für unsere Brüder und Schwestern, dann ist es ein wunderbares Fest,
ein Segen für alle.
Amen

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